Was passiert bei Vitiligo?

Für viele betroffene stellen die weißen Hautflecken zunächst einmal ein großes Rätsel dar. Denn sie lassen sich weder von der Sonne bräunen, noch mittels gewöhnlichen Selbstbräunern abdecken. Darüber hinaus breiten sie sich oft immer weiter aus, bis kaum eine Region des Körpers nicht von ihnen bedeckt sind. Aber was passiert eigentlich, wenn Vitiligo ausbricht im Körper und in den Hautzellen? Es gibt dazu unzählige Erklärungsmodelle. Fakt ist, dass die Wissenschaft noch nicht für alles, besonders für die Ursache eine Erklärung hat. Und dies, obwohl eine beträchtliche Menge an Menschen an der Krankheit leiden: 1 bis 2 Prozent der Weltbevölkerung weisen helle Flecken auf, allen voran Indien. Wir stellen die häufigste These vor und erklären, welche Vorgänge entscheidend sind.

Was passiert bei Vitiligo? So wird sie ausgelöst

Den genauen Ursprung von Vitiligo kann die moderne Medizin noch nicht genau erklären - zumindest, warum der Körper entsprechend agiert. Hier passieren jedoch einige Vorgänge, die ihn dazu bewegen, eine autoimmune Reaktion auszulösen. Dies bedeutet, dass er eigentlich völlig gesunde Zellen als Fremdkörper wahrnimmt und sie loszuwerden versucht. Im Fall der Weißfleckenkrankheit sind diese Zellen hauptsächlich Pigmentzellen. Da dies jedoch nicht am ganzen Körper gleichermaßen geschieht, sondern nur regional, werden weitere Fragen aufgeworfen. Vermutlich werden diese Regionen besonders stark belastet, beispielsweise durch das Dehnen der Haut am Ellenbogen oder an den Knien.

Diese Faktoren spielen bei Vitiligo zusammen

Als potenzielle Auslöser für Vitiligo kommen letztendlich zahlreiche Faktoren ins Spiel. Sehr oft sind mehrere davon oder gar alle gleichzeitig vorhanden. Zu ihnen zählt unter anderem der oxidative Stress, der sowohl durch eine falsche Ernährungsweise als auch durch psychischen Druck oder schwere körperliche Belastungen entstehen kann. Es passiert aber noch mehr: Manchmal leidet der Körper an zu wenigen Vitaminen oder Mineralien. Aber auch zu viel des Guten kann hier schädlich wirken: Wer beispielsweise zu viele Lebensmittel mit Zink ist, kann dadurch die Aufnahme von Kupfer negativ beeinflussen, da die Speicherkapazitäten des Körpers begrenzt sind.

Was passiert mit den Melanozyten?

Interessant ist auch, was mit den Zellen passiert, die normalerweise für die dunklere Färbung der Haut zuständig sind, den Melanozyten. Diese stellen bei Vitiligo zunächst stellenweise ihre Arbeit ein, was zum Ausbleichen und dem Verschwinden der Färbung führt. Nach einigen Jahren sterben sie letztendlich ab, da die Inaktivität dem Körper signalisiert, dass sie nicht mehr benötigt werden. Dies geschieht jedoch in der Regel erst nach sehr langen Zeiträumen. Der Vorgang ist vergleichbar mit dem Entstehen grauer Haare im Alter, wo ebenfalls die Stammzellen absterben.

Was passiert bei Vitiligo, wenn die Haut bestrahlt wird?

Wird die Haut im Zuge einer Therapie immer wieder bestrahlt, kann es die Pigmentzellen dazu anregen, ihre Arbeit aufzunehmen. Interessant dabei ist, dass Flecken, die bereits jahrelang bestehen deutlich besser repigmentieren als frisch entstandene. Durch das permanente Wiederholen der Strahlung verstärkt sich im Körper die Dringlichkeit, sich gegen die Strahlen zu schützen, und die Färbung kehrt langsam wieder zurück, was einige Jahre dauern kann. Dieser Vorgang kann mit weiteren Maßnahmen begünstigt und beschleunigt werden.

Was bei Vitiligo passiert: Komplexe und teils unerforschte Vorgänge

Die Wissenschaft arbeitet derzeit noch an neuen Forschungsergebnissen, daher sind viele Vorgänge noch teilweise oder ganz unerforscht und nicht zu erklären. Es gibt jedoch zahlreiche Hinweise die auf Parallelen zwischen Vitiligo und anderen Erkrankungen hindeuten.