Mit Vitiligo in die Sonne

Gerade jetzt bei Frühlingsanfang lockt das Wetter mit viel Sonne die meisten Menschen nach draußen. Doch wie verhält es sich, wenn die Haut stellenweise ungeschützt und nicht pigmentiert ist? Sollte man mit Vitiligo in die Sonne gehen? Welche Risiken oder Chancen birgt es? Einige Fachleute und Mediziner sehen hier Gefahren durch zu starke UV-Strahlung. Andere widersprechen, und legen andere wissenschaftliche Erkenntnisse offen. Denn ohne den durch Strahlung gesetzten Reiz kommt es oftmals nicht zu einer Repigmentierung, also der Rückkehr der Farbe in die betroffenen Zellen. In diesem Bericht klären wir auf.

Sonnenbrand bei Vitiligo vermeiden

Wichtig ist es vor allem, einen Sonnenbrand nach Möglichkeit zu Vermeiden wenn es mit Vitiligo in die Sonne geht. Denn aufgrund der fehlenden Pigmentierung ist die Haut selbst bei ursprünglich dunklen Hauttypen sehr empfindlich gegen UV-Strahlung. Spätestens sobald die Haut leicht gerötet ist sollte daher Schatten aufgesucht werden. Allerdings ist es von Vorteil, keine zu starke Schutzcreme aufzutragen, um die Zellen zu stimulieren. Es muss also ein Mittelweg gefunden werden. Bei kurzen Zeiträumen von höchstens 30 Minuten geht es normalerweise auch ganz ohne zusätzlichen Schutz durch Lotionen und Cremes.

Mit Vitiligo in die Sonne: Risiken und Chancen

Das größte Hindernis, für viele betroffene mit Vitiligo in die Sonne zu gehen, ist dass die übrige Haut dunkler wird. Die Flecken dagegen bleiben hell, was den Kontrast deutlich verstärkt und die Flecken sichtbarer macht. Darüber hinaus verbrennt die Haut hier sehr schnell. Das positive daran: Durch den hohen Gehalt an Wasserstoffperoxid schmerzen die verbrannten Stellen nicht so sehr wie bei normal pigmentierter Haut. Die große Chance aber ist, dass durch die wiederholte Strahlung, ähnlich wie bei einer Bestrahlungstherapie die Pigmente wieder zurückkehren könnten.

Abdeckcreme nach Sonne mit Vitiligo

Um den verstärkten Kontrast zu verdecken, der nach einem Gang in die Sonne mit Vitiligo erscheint, empfehlen sich Abdeckcremes. Der Farbton kann dabei von einem Kosmetiker bestimmt und gemischt werden. Wichtig ist, dass dies bei Tageslicht geschieht, da Schattierungen den eigentlichen Ton abweichend erscheinen lassen können. Mittels Fixierpuder und Fixierspray kann das ganze anschließend sogar wasserfest gemacht werden, sodass das Camouflage selbst bei einem Besuch im Schwimmbad vollständig erhalten bleibt. Dazu ist unbedingt die Einweisung von einer Fachperson notwendig, damit von Anfang an alle Schritte richtig ausgeführt werden.

Gibt es ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs?

Bei der Frage, ob es ein erhöhtes Risiko gibt, wenn man trotz Vitiligo häufig in der Sonne ist, gehen die Meinungen auseinander. Vermutlich schützt der hohe Anteil an Wasserstoffperoxid vor dem weißem Hautkrebs - nicht aber vor dem gefährlicherem schwarzen. Wir empfehlen, mindestens alle 2 Jahre eine Untersuchung dazu durchführen zu lassen, um auf Nummer sicher zu gehen. Dies gilt aber nicht nur für Menschen mit weißen Flecken, sondern allgemein für Personen, die sich häufig draußen aufhalten oder ins Solarium gehen.

Mit Vitiligo in die Sonne gehen: Abschließendes

Das Fazit lautet: Es ist durchaus sinnvoll, möglichst jeden Tag für etwa 15 bis 20 Minuten in die Sonne zu gehen, wenn man an Vitiligo leidet. Denn neben der Chance auf Repigmentierung kann der Körper dadurch ausreichend Vitamin D tanken, was in unseren Breitengraden ohnehin Mangelware ist.